Stadtgeschichte : Annener Persönlichkeiten im Kartenbild

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WAZ Witten, 13.01.2010, Bernd Kassner

Fredi Ostermann. Rudolf König. Heinrich Pleuger. August Schott. Den älteren oder alteingesessenen Annenern werden diese Namen etwas sagen, doch für viele Jugendliche könnte die Liste schon hinter „Ostermann” zu Ende sein. Glaubt man.

Doch die Schülerinnen und Schüler der Annener Freiligrathschule sahen das anders: Zusammen mit Erzählerinnen und Erzählern sowie Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Stadtteilführer Annen” haben sich 22 Schülerinnen und Schüler der im letzten Jahr entlassenen 10. Klasse auf die Spur prominenter Annener gemacht. 20 Namen und Berichte sind dabei zusammengekommen, die jetzt mit Unterstützung des Stadtteilbüros Annen im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt Annen” in einer ansprechenden Faltkarte mit Stadtplan zusammengefasst sind.

Denn nicht jeder weiß, dass Fredi Ostermanns Geburtshaus in der Eckardtstraße 140 stand und der bedeutende Unternehmer mit einem winzigen Herd- und Ofengeschäft in der Annenstraße 122 anfing. Dass Lehrer Heinrich Pleuger von den Nazis kaltgestellt wurde. Dass August Schott der Bruder des berühmten Glasindustriellen Otto Schott war und in der Märkischen Straße eine Glashütte unterhielt. Dass Vikar Ludwig Rubarth die erste katholische Messe in Annen feierte, Heiligabend 1871 im Hinterzimmer der Gastwirtschaft Brinkmann. 20 Persönlichkeiten, hinter jeder steht eine spannende Geschichte.

Schüler machten die meiste Arbeit in der Freizeit

Projektleiterin Petra Klein ist davon begeistert, „dass die Bürger mit zu dieser ersten Karte im Rahmen des Projekts Soziale Stadt Annen beigetragen haben”. Zum Beispiel dadurch, dass die 22 Hauptschüler die meiste Arbeit in ihrer Freizeit erledigt haben. „Sie waren wirklich sehr interessiert an einer Sache, die nicht benotet wurde”, freut sich Klassenlehrerin Ursula Schmidt. Viele Hinweise seien aus dem Erzählcafé gekommen, in dem sich 20 bis 30 Annener drei- bis viermal pro Jahr treffen und Geschichten austauschen.

„Die übersichtliche Karte mit den eingezeichneten Orten soll auch zu einem kleinen Spaziergang durch den Stadtteil einladen”, so Wladimir Halle vom Stadtteilbüro. 3000 Exemplare sind für die 1. Auflage produziert worden; ist der Bedarf größer, wird nachgedruckt. Zu haben ist die Karte unter anderem im Stadtteilbüro Hamburger/Märkische Straße, in der Freiligrathschule und in Kürze bei der Bürger-Info im Rathaus.